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Schlagwort-Archive: CSU

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Augsburg Gesellschaft

+++ Altersarmut: Rentner gehen im Raum Augsburg immer häufiger arbeiten +++ Flüchtlingsunterkunft Hammerschmiede wegen heftiger Proteste gestoppt +++ Benefizkonzert in der Moritzkirche sammelt über 5.000 € für Flüchtlingsorganisationen ein +++ Wohnraum für Asylbewerber im Großraum Augsburg weiterhin knapp +++ 1.395 minderjährige und unbegleitete Flüchtlinge in Schwaben bisher +++ Integrations-App »Integreat« soll Flüchtlingen in Augsburg als Alltagsguide Hilfe leisten +++

Augsburg Kultur

+++ Citymanagement: Stadtfest statt Max-Fest heißt »Augsburger Sommernächte« und ist aufgrund bestehenden Haushaltsdefizit noch immer zu teuer +++ Kick-Off-Veranstaltung zum Bürgerbeteiligungsprozess »Zukunft der Theaterlandschaft« verzeichnet hohen Besucherandrang +++ Wolf Biermann, bedeutender Dichter der Nachkriegsliteratur, soll Auszeichnung in Augsburg erhalten +++ Brecht-Preis auf Brechtfestival für Schriftstellerin Silke Scheuermann +++ Augsburger Lichtspielhäuser Thalia und Liliom für abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm ausgezeichnet durch Bayerischen Filmfernsehfonds +++ Theaterkollektiv »theter« bringt seine erste Premiere »Gute Nachrichten« am 6.12. auf die Bühne +++ Team zur Durchführung des Modular-Festivals durch Stadtjugendring vorgestellt; Festival soll über 2018 hinaus existieren +++ Bildende Künstler das schwächste Glied der Kultur- u. Kreativwirtschaft der Region +++ Augsburger eRRdeKa mit »Rapunderdog« Zusatzkonzert am 23.12. (22.12. ist ausverkauft)

Augsburg Politik

+++ Stadtrat kommt 80 Forderungen von 3.000 Jugendlichen über Stadtjugendring aus 2014) schwer nach +++ Ehemaliger AfD Stadtrat Marc Zander wechselt nun zur CSU – FDP darum auf Palme +++ Claudia Roth gegen Bundeswehreinsatz in Syrien +++ Landrat Martin Sailer: Obergrenze wegen unkontrollierten Flüchtlingsstroms erreicht, innere Sicherheit nicht mehr dauerhaft zu gewährleisten +++

Augsburg Wirtschaft

+++ Arbeitslosenzahl in Augsburg Stadt und Land sinkt unter vier Prozent; 5.000 Stellen unbesetzt. Bayern niedrigste Quote im Bundesgebiet. Reaktion von AfD oder Pegida steht aus +++ Immobilienpreise in Augsburg und München stabilisieren sich nach deutlichem Anstieg auf hohem Niveau +++ Bis zu 5.000 jährliche Wahlaugsburger, aktuell 286.000 Einwohner; Prognose für 2020: 300.000 – immer weniger Baugrundstücke u. bezahlbare Wohnungen; Stadt will Flächen für 7 Millionen verkaufen. Ebenso benötigt: Kindergartenplätze, Schulen und Verkehrslösungen +++ Augsburg startet für Energiewende Projekt »Power-to-heat« +++ Sanierung von Theater und Schulen durch Freistaat mit 231 Mill. gefördert +++ Shopping: Augsburg will mehr Umsatz in die Innenstadt bringen und startet den City-Gutschein. Erfolgsaussicht unklar. +++ Bundesverkehrsminister Dobrindt gibt Signal für Bahnausbau Ulm-Augsburg. Ein Signal ist wohl Schienenvokabular. +++ Bund der Steuerzahler befürchtet bei Bahnhofsuntertunnelung Kosten in Höhe von 300 Millionen (70 Millionen bei Planungsbeginn). +++ 8. Shopping-Night und »Die Nacht der 1.000 Lichter« bringen Umsätze in die neue Augsburger Innenstadt. Der Aufwand wäre überflüssig, wenn es nicht so wäre. +++ Augsburger Medien berichten über Neue Schuh Schmid-Filiale als Hoffnungsträger für stärkere Besucherströme nahe dem Kö +++ Tourismusbilanz 2015: Irgendwas ist immer: Sommersaison zufriedenstellend aber sich vergrößernder Fachkräftemangel in Tourismusbranche. Überlegungen wie man Flüchtlinge beschleunigt in Ausbildung und damit in den Arbeitsmarkt bringen kann, scheinen hier eine Lösung.

Augsburg Stadtentwicklung

+++ Parken in Augsburg: Dringend notwendige Modernisierung des Parkleitsystems. Eva Weber stimmt einem Mehr an Mobilitäts-Service in Augsburg zu. Wenn denn Geld dafür zur Verfügung steht. +++ Augsburg nennt sich »fahrradfreundliche Stadt« und will Steigerung des Radverkehranteils von derzeit 17 auf 25 % erhöhen. Skepsis und Zweifel an der Umsetzung machen sich breit wo Dialog ausgeht. +++ AVV erhöht Preise für Bahn, Bus und Tram ab Januar. Die Erörterung der Gründe ist in Überarbeitung und erfolgt öffentlich. +++ Lechhausen im Rechtsstreit ob der Ausweitung des »Augsburger Bordellzentrums«. Proteste scheinen bisher juristisch unwirksam. +++ Sanierungspläne für Färberturm: Ende 2016 Sitz des Vereins »Bürgeraktion Textilviertel« +++ Ehemaliger Fuggerstadt-Center (zukünftig Helios-Center) soll zentrales Quartier für alle Dinge des täglichen Lebens werden, von allen Seiten begehbar sein und mehr Gastronomieflächen erhalten. Vom Bahnhofsplatz hin zum Kö im Idealfall Stilllegung für Fußgängerzone.

Augsburg Sport

+++ FCA unentschieden gegen VfL Wolfsburg, Niederlage auch gegen Bilbao. Der Augsburger Verein lädt 47 Flüchtlingskinder mit Hilfe der Organisation Übergepäck eines Flüchtlings zum Fußballspiel in das Stadion +++ Spiel der Panther im Curt-Frenzel-Stadion gegen Düsseldorf bereits ausverkauft; Kapitän Hölzer verlängert Vertrag +++

Augsburg Vermischtes

+++ Nach den aktuellen Prognosen könnte die Jahresdurchschnittstemperatur im Freistaat in diesem Jahrhundert um bis zu 4,5 Grad Celsius steigen. Erörterung der Maßnahmen erfolgt öffentlich. +++ 495 € geben Menschen in Bayern (und 460 € in Deutschland) durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke aus (FOM-Studie) +++ Täglich sterben acht Augsburger; in 2014 waren es 150 Sterbende mehr als Neugeborene. Die AfD geht in Revision ob ihrer Flüchtlingsrethorik. +++ 300.000 für neuen Dom-Altar. Das sind 295.000 € mehr als beim Benefitzkonzert in der Moritzkirche an Spenden zusammenkam. +++ Zahl was du willst: Vom 29.11. bis Heiligabend im Zoo Augsburg +++ Wahl des neuen Hochschulpräsidenten steht kurz bevor +++ 1.500 Kinder und 21 Augsburger Schulen haben an Bio-Pausenbrot-Aktion teilgenommen +++  König von Augsburg trägt neue Frisur

Unsere Quellen gegen Nachrichten-Monokultur:

a3kultur kostenlos
Augsburger Allgemeine kostenlos bis 10 Artikel
B4B Schwaben kostenlos
BR.de / Schwaben kostenlos
DAZ kostenlos
Neue Szene kostenlos
Presse Augsburg kostenlos
Radio Augsburg kostenlos
Stadt Augsburg kostenlos
Stadtzeitung kostenlos
rt1 kostenlos

Wer ist einflussreicher in dieser Stadt bei jungen Wählern: Eine Facebook-Seite mit über 4.000 Fans oder eine mit 2.000? Vielleicht ist es die Seite, die den Dialog mit ihren Fans beherrscht. 

Facebook zählt derzeit 27.000.000 Millionen aktive Nutzer in Deutschland 2014. Ganz egal welche der Augsburger Parteien, keine ist hier auch nur annähernd erfolgreich. Erfolgreich auf Facebook? Die Frage beantwortet sich über die Anzahl der Fans, der Likes, Shares und Kommentare durch Fans auf den Fanseiten. Sprich wie viele Fans folgen einer Seite – bei der SPD in Augsburg sind es weniger als bei der AfD Augsburg. Und wie steht es um deren Interaktion zu den veröffentlichten Beiträgen? Bürgernahe Politik dirch Dialog quasi. Facebook oder auch Twitter bieten hier sehr leicht Bürgernähe. Die Interaktionsrate der SPD Augsburg liegt auf Facebook aktuell bei 0%. 

Auf Facebook steht man mit den Fans,  auf Twitter mit Followern im Dialog. Facebook und Twitter sind den Zahlen nach die erfolgreichsten unter den sozialen Medien, nicht nur in Deutschland.

Ich weiß nicht ob die elf Parteien aus Augsburg, die sich auf Facebook finden lassen, noch politischen Einfluss nehmen. Ich kenne jetzt deren Facebook- und deren Twitter-Accounts, mitunter deren Webseiten. Wer wissen will was die Parteien verkünden, muss deren Webseiten entweder alle einzeln bereisen oder dieselben abonnieren. Ich abonniere sie alle auf Facebook. So erspare ich mir ständige Abo-Mails jeder einzelnen Website. Auf Facebook kann ich alle News von allen Seitenbetreibern abonnieren, die mich interessieren. Hier bin ich ohnehin täglich und ständig. 

Ein Abo der Augsburger Allgemeinen habe ich nicht. Ich lese nur die zehn monatlich freien Online-Artikel, kostenfrei. Und noch einmal zehn von meinem Firmencomputer aus in München. Macht 20 kostenfreie Artikel pro Monat. Ansonsten verfolge ich die Beiträge der AZ auf Facebook und Twitter. Überschriften informieren auch. 

In Augsburg blättere ich mich noch durch die Ausgaben von a3kultur, die Neue Szene und in unserem Hausflur gibt es die Stadtzeitung und Augsburg extra. Im Netz findet sich dann noch die Augsburger Zeitung, kurz DAZ. Wer sich für lokale Politik oder Parteiinhalte interessiert, kann sich in diesen Publikationen einiges an Informationen händisch zusammensuchen. So lange er nicht vergisst, dass es sich um journalistische Interpretationen handelt. Auch wenn die Publikationen allesamt eher den partei-politischen Mainstream observieren. Piraten, ödp oder Die Linke existieren hier kaum bis gar nicht. Um die Filterfunktion der klassischen Medien wissen junge Menschen. Ein Grund mehr Informatios-Angebote auf eigene Interessen hin selbst zuzuschneiden. Wer sich über bspw. über Kultur, Nachtleben oder auch Politik in Augsburg informieren kann, schafft das auch ohne AZ und Co.

Die Webseiten der Parteien sind zwar informativ aber unattraktiv und wer in meinem Alter bereist noch eine Website, wenn die Facebookfreunde einen mit den wichtigsten Nachrichten aus der Welt versorgen? Zugegeben, man sollte sich, wenn man politisch informiert sein will, nicht auf Twitter, die Freunde und Facebook allein verlassen, auch wenn das sehr bequem wäre. 

Die Parteien dürften dankbare Inhalte für die sozialen Medien In ihrem Repertoire haben – sie wissen weit mehr über die Stadt als so mancher von uns. Welche Gründe auch immer es hat, dass sie das so selten auf sozialen Medien verbreiten. Ich kann mir Gründe vorstellen: Personalknappheit, fehlender Wille oder, was erfahrungsgemäß einer der Hauptgründe ist, Inkompetenz im Umgang mit neuen Medien, eine fehlende Strategie und schließlich die Erfahrung, dass das was gepostet wird, nicht wie erhofft einschlägt. 

Wer diese Menschen sind, die die Partei sein wollen, ich habe keinen Plan. Ich kenne nur einige der Namen: Eva Weber, Kurt Gribl oder Reiner Erben beim Namen. Ich merke mir Namen nicht gut. Ist kein Desinteresse. Es soll wen geben der unsympathisch ist unter ihnen: Mir fällt sein Name nicht ein. Claudia Roth! Sie fällt mir noch ein. Zuletzt habe ich sie auf dem Slam 2015 in der Kongresshalle am Park sprechen hören.

  
Es ist Sonntag. Ich den halben Tag im Bett. Ich verdaue Mangold und Rotbarsch. Netflix läuft. Handy in der Hand. Draußen regnet und schneit es. 

Meine größte Schwäche? Gelegentlich ist mir nicht alles egal. Dann will ich keine AfD. Lieber Demokratie. Lieber Rotbarsch von der Theke als Lachs aus der Aldi-Gefriertruhe. Klingt wie Komfortzone. Mein Leben ist eine einzige. Wie dankbar ich dafür bin.

Gestern Nacht, da war ich wieder in einer Bar, zufällig das Werner. Einige Gespräche geführt. Soweit das bei der Lautstärke unbeschwert möglich ist. In einer Bar kann man sich in Gedanken, in Gespräche, nach ein paar Mexikanern und mit einem Drink in der Hand herrlich verlieren aber dadurch auch vieles beleuchten. Über die Augsburger Politik, ihre Akteure. Über Stadtentwicklung, Gentrifizierung, City-Initiativen, die Austauschbarkeit der Annastraße, die Franchise-Ketten am Rathausplatz und das dadurch bedingte Aussterben der lokalen Gastronomien. Über schlechte Stadtmarketing-Kampagne oder die städtischen Lobbyisten, menschliche Eitelkeiten oder das Gegenteil: Flüchtlingsarbeit. Es überrascht mich immerfort, wie viel man in einer Nacht zusammentragen kann.

Über vieles in dieser Stadt gibt es – das fällt dabei oft auf – wenig zu lesen. Vieles stattdessen aus Zusammenhängen gerissen. Einerseits ist das Vormachtstellung der hiesigen Stadtzeitung AZ geschuldet – sie hat hier das mediale Monopol und entscheidet die Themensetzung, nicht weniger die Meinungsbildung derer, die sich ausschließlich über dieselbe informieren. Man kann der Publikation nicht vorwerfen, ihren Job gut zumachen. Man kann DAZ, Stadtzeitung, Neue Szene oder a3kuktur auch nicht vorwerfen, dass sie dagegen nichts zu unternehmen im Stande sind. Sie könnten ihre Inhalte sicher besser, vernetzter über gängige Technologien abonnierbarer, durch besseres Design attraktiver in ansprechenderen Formaten kommunizieren – wie die Parteien es auch verpassen. 

Politik und Medien wirken zunehmend abhängig von  Ich wünschte mir, dass Politik wieder spannend wäre, mutiger. Ich wünschte mir, dass Demokratie sich wieder gegen ihre Widersacher und gegen Demagogen behauptet. Verzeihen Sie mir diese sperrigen Worte. In der Komfortzone hört sich das nie gut an.

Die CSU findet den Gender-Wahnsinn der Grünen »total irre« und ruft ihre Klientel auf, den politischen Widersachern auf Facebook eine Absage zu erteilen. Und wenn man die CSU so verstehen mag, dann ist sie auch gegen den von Grünen geforderten Vegetarismus, die Legalisierung von Cannabis und das Verbot von Plastikmüll. Zumindest wenn man die Aussagen der CSU verkürzt, so wie sie es selber gerne tut. So lädt die Partei auf Facebook ein, der Grünen-Politik eine Absage zu erteilen, durch das Drücken des »Gefällt mir«-Buttons.

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Liebe CSU, wieso die Wähler für so dumm verkaufen? Ist denn was die Grünen da fordern dümmer als das was sie ihren Wählern an Wirksamkeit glauben machen wollen? Was ist Gender-Wahnsinn und was ist total irre? Die Legalisierung von Cannabis? Dann erklären Sie bitte auch, was am legalen Alkoholkonsum gut ist. Die Langzeitfolgen auf das Gesundheitssystem oder die Steuereinnahmen?

Natürlich: Die aufgegriffene Thematik der Grünen-Politik wird von der CSU genutzt, um heilige Klickzahlen zu generieren und um sich durch das Vorführen zu profilieren – das womöglich gut gemeinte, womöglich aber nicht praktikable (?) Ansinnen der Grünen wird jedoch gar nicht erörtert. Es muss doch bei den Grünen einen Grund geben, der wiederum ein paar (?) Menschen betrifft. Oder warum fordern die außerdem ein Plastiktütenverbot?

Wenn eine Partei uns zu einer Handlung motivieren will, sei sie auch noch so banal wie ein Mausklick, sollte sie dann nicht kurz erklären wieso wer klicken soll? Oder sollten wir einer Partei blindlings folgen, die uns nichts erklärt? Werfen Sie einen Blick in den News-Feed der AfD.

Sie halten ihre Wähler eventuell entweder für ultra-schlau (die wissen immer was wir meinen, den müssen wir nichts erklären) oder dumm (die klicken sofort). Herleitungen, Erklärungen oder Begründungen scheinen Ihnen überflüssig. Nein?

Natürlich wissen wir aus eigener Beobachtung, dass Medien- und Informationskonsum heutzutage unter allgemeiner Verkürzung von Tatsachen am besten funktionieren, da wir Menschen zu schnell durch unsere News-Feeds fingern. Und mit schönen Bildchen und großen Sprüchen möchten Sie ein Stückchen Aufmerksamkeit erhaschen. Und sei es auf Kosten Ihrer politischen Konkurrenz (die Grünen sind hier nur ein austauschbarer Platzhalter), statt durch eigene Inhalte.

Das man Aufmerksamkeit erhält, in dem man andere denunziert, und sei es statt einer Person nur eine Partei, wissen wir seid den Pegida-Demonstrationen.

Hinter dem Gender-Ansinnen der Grünen, wenn man denn denken möchte, könnte sich beispielsweise ja die Grundsatzfrage nach Gleichberechtigung in der Sprache verstecken. Ein sehr müßiges  – keine Sorge: das Thema wird niemals viral – aber womöglich notwendiges, weil immer noch ungerechtes Thema. Und das ist ja erstmal nicht irre, sondern sehr nett (sich für Gerechtigkeit einzusetzen oder für Umweltschutz; wenngleich das langweiliger klingt als kontrollierte Flüchtlingsströme oder Obergrenzen).

Leider (?) sind uns zu wenig Frauen bekannt, die unter der Ungerechtigkeit unserer Sprache so sehr leiden das sie dafür auf der Straße protestieren mögen oder leider auch niemand persönliches, der für die Legalisierung von Cannabis oder das Verbot von Plastiktüten auf die Straße ging.

Was ist ihr Vorschlag für eine Lösung – in welchem Feld auch immer? Ist es denn nicht zumindest ein klein bisschen vermessen, die Gleichberechtigung der Frau in der Sprache, selbst wenn nur in der Theorie, als »total irre« abzutun? Nein? Oder die Legalisierung von Cannabis? Oder wieso greifen Sie nicht auf, welche Gründe es für weniger Fleischkonsum gäbe (Verringerung der industriellen Fleischerzeugung zugunsten unseres Klimas?) oder die Gründe warum sie weiterhin dafür sind? Es ist leicht zu urteilen und zu sagen, ein Veggie-Day bringe nichts, sei irre. Doch was bringt uns kein Veggie-Day? Warum nicht weiter-denken?

Sprich, wieso wird nicht kurz erklärt, warum überhaupt die Forderung der Gender-Regel (oder welche der Forderungen auch immer) für irre gehalten wird aber auch welche Folgen eine solche Neuregelung hätte? Es gibt Argumente gegen die Änderung, Argumente warum man bei Alnatura Lebensmittel nicht in Papiertüten steckt. Es gibt für alles Gründe. Und wenn Sie ein Thema anfassen, dann seien Sie sorgfältig und nicht so faul! Da erst wird es doch spannend und erst dann werden Sie selber angreifbar und kommen hinter dem Ofen hervor. Wir brauchen doch politische Diskussionen – grade heute, grade in diesem Land. Geben Sie uns allen eine Chance mitzudenken. Erst das würde doch Sinn ergeben oder Ihre Aussage, irgendetwas sei »total irre« erklären. Nein? Und wenn Sie das Thema für eine politische Auseinandersetzung für zu banal halten, wieso greifen Sie das dann auf (um sich dennoch auf einfachstem Wege zu profilieren)? Gähn. Glauben Sie wirklich das Demokratie so erhalten bleibt? Indem wir sie nicht mehr üben? Und was ist mit der humanistischen Gesellschaft? Alles Irrsinn?

Das »Total irre« könnte irgendwie (zu) einfach (gemacht) wirken. Ganz unabhängig von der Praktikabilität der von den Grünen geforderten Schreibregeln, die man natürlich eigenständig bewerten kann. Sogar sollte. Aber verdammt noch mal: Es geht hier ums Prinzip. Um diesen schönen Anlass den Sie uns geben.

Wieso nehmen Sie uns als potenzielle Wähler hier draußen diese ganze inhaltliche Spannung der politischen Diskussion und sprechen stattdessen derart <em>flapsige</em> Urteile: »Total irre«. Ja was genau?! Plastikverbot, Gleichbehandlung, Vegetarismus, Legalisierung von Drogen … Das ist nicht irre, allenfalls die Formate der Ideen vielleicht manchmal ganz schön sperrig und wenig praktikabel – zugegeben. Aber was sind denn Ihre Ideen?

Mit Verlaub: Von einer so alten Partei wie der CSU darf man sich doch mehr Auseinandersetzung oder Lösungskompetenz wünschen. Natürlich sind Gender-Fragen, Umweltverschmutzung oder Drogenabhängige keine Themen, mit denen man aktuell besonders in der breiten Masse der Wähler punkten mag. Immer auf prosperierende und wachsende Wirtschaft zu setzen, Wirtschaftswachstum für immer – Sie wissen schon wie »irre« das ist. Total irre.

Irre ist es sicher auch, sich dieser Sache heute hier in dieser Ausdehnung zu widmen. Nicht? Wissen wir wohl. Macht ja auch ein bisschen Spaß, jemandem mal auf die Finger hauen. Sie widmen sich der Sache ja aber auch. Und die Grünen auch. Richtig? Und wir alle profilieren uns dadurch: Die Grünen mindestens bei einem Teil ihrer weiblichen Wählerschaft, die CSU als Justiziarin der deutschen Rechtschreibung und wir Hansen profilieren uns durch diesen viel zu lang gewordenen Kommentar wiederum bei unseren Leser*innen.

Und wissen Sie was, wir haben noch eine kleine Keule, die zu schwingen Spaß macht und da Sie auch Spaß mögen und Keulenschwingerin zu sein scheinen:

Haben Sie aktuell nichts anderes zu lösen, als dieser Grünen-Forderung Aufmerksamkeit zu widmen? Ist es nicht schon unsererseits idiotisch, sich diesem Irrsinn (gemeint ist Ihr Bild) gewidmet zu haben? Wenn ja, halten Sie uns zukünftig davon ab, Politik ernst zu nehmen die sich so schwachsinnig in eine Auseinandersetzung bewegt und drücken Sie schnell das Gefällt-mir. Wenn »NEIN«, geben Sie sich mehr Mühe Ihre Meinung und oder Ihre Forderungen zu erklären. Bitte. Und danke für den Anlass.

Gruß aus Augsburg

We really live in Augsburg