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Politik

Der 3. Social Media-Radar beleuchtet die Parteienlandschaft Augsburgs in den sozialen Medien. Der Radar zeigt, ob und welche Augsburger Parteien soziale Medien einsetzen, um ihren Einfluss auf die öffentliche Meinung auszubauen.

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Soziale Plattformen wie Facebook oder Twitter geben Aufschluss, inwieweit Politik und Politiker im Netz Wähler aktiv erreichen. Social Media bietet der Politik Bürgernähe und Möglichkeiten zum Dialog. Interessante Inhalte sind auf diesen Plattformen Voraussetzung. Und interessant ist nur, was das Leben der Wähler berührt. Wer hier nicht mit Likes, Fans, Followern punktet, wer hier unfähig scheint Dialog durch Kommentare zu initiieren, mag Gefahr laufen seinen Wählern gegenüber fern zu wirken.

Augsburger Parteien auf Facebook

In den letzten 13 Monaten ist es  der Alternative für Deutschland (AfD) in Augsburg gelungen, ihre Fanzahl mehr als alle anderen zu vergrößern. Um genau 955. Die CSU, noch stärkste Kraft der Stadt, gewann im selben Zeitraum 10 Fans hinzu.

Die höchsten Fanzuwächse neben der AfD gab es für die WSA und DIE LINKE. Der SPD, mit Ausnahme der Jusos, geht der soziale Atem aus – sie hat es nicht mehr in die Top-10 geschafft.

Top-10 der Parteien mit den meisten neuen Fans auf Facebook

November 2015 bis Dezember 2016

  1. AfD Augsburg + 955
  2. WSA + 201
  3. DIE LINKE Augsburg + 173
  4. SPD Jusos + 124
  5. Grüne Augsburg + 79
  6. PRO AUGSBURG + 21
  7. CSU Augsburg + 10
  8. FDP Augsburg + 9
  9. Piratenpartei Augsburg +2
  10. FDP Junge Liberale (neu im Radar)

In der Gesamtanzahl von Fans auf Facebook, konnte nur die AfD ihre Position innerhalb von 13 Monaten signifikant ausbauen. Sie schaffte einen Sprung vom Mittelfeld an die Spitze und verweist die Grünen auf Platz drei.

Top-10 Fans auf Facebook

  1. (1) CSU Augsburg  2061 
  2. (5) AfD Augsburg 1792 
  3. (2) Grüne Augsburg 1595 
  4. (3) Wir sind Augsburg (WSA) 1.479
  5. (4) FDP Augsburg 891 
  6. (6) PRO AUGSBURG 718 
  7. (9) DIE LINKE Augsburg 685
  8. (7) Piratenpartei Augsburg 654 
  9. (10) SPD Jusos Augsburg 622 
  10. (-) FDP Junge Liberale 238

Augsburger Parteien auf Twitter

Twitter gilt neben Facebook als die zweitgrößte Plattform weltweit, zumindest im Hinblick auf die Verbreitung von Informationen und Nachrichten. Die Plattform bezeichnet sich selbst als Nachrichtendienst.

Inhalte können wie auf Facebook abonniert und geteilt werden. Wer hier etwas publiziert, setzt einen „Tweet“ ab bzw. twittert.

Die Parteien der Stadt Augsburg scheinen diese Plattform selten für die Belieferung Ihrer Anspruchsgruppen zu nutzen. Abgesehen von AfD, CSU oder den Grünen konnten wir auch in 2016 keine frequentierten News aus den städtischen Parteibüros auf der Plattform finden. Somit überlassen die ehemals großen Parteien der noch jungen AfD auch hier den Vortritt um die Gunst der Wähler. Sie setzte mit Abstand die meisten Kurznachrichten ins soziale Netzwerk.

Anzahl Tweets November 2015 bis Dezember 2016

  1. AfD Augsburg +290
  2. CSU Augsburg +184
  3. Grüne Augsburg +57
  4. PRO Augsburg +20
  5. SPD Augsburg 0
  6. FDP Augsburg 0
  7. Piraten Augsburg -59

Insgesamt erscheinen die Followerzahlen der Partei-Accounts auf Twitter unverändert. Einzig positive Entwicklungen lassen sich bei AfD, Grünen und CSU feststellen. Wobei die AfD innerhalb des Erhebnungszeitraumes dreimal so viele Follower dazugewinnen konnte wie Grüne oder CSU.

Top-Twitter-Accounts Augsburger Parteien

  1. (2) Grüne Augsburg // 849 (+57) Follower 
  2. (1) Piraten Augsburg // 830 (-17) Follower
  3. (3) SPD Augsburg // 691 (-4) Follower  
  4. (4) CSU Augsburg // 220 (+44) Follower
  5. (7) AfD Augsburg // 159 (+157) Follower 
  6. (5) PRO Augsburg // 35 (-4) Follower
  7. (6) FDP Augsburg Stadt // 5 (+1) Follower

User können auf Twitter die Kurznachrichten liken und damit ihrem Gefallen Ausdruck verleihen. Von den sieben auf Twitter vertretenen Augsburger Parteien schafften vier nicht einen einzigen Like. SPD, CSU, PRO Augsburg und die FDP scheinen hier ohne jede Resonanz.  Die Belibtheitskala führen, obgleich seit Mai inaktiv, die Piraten (514 Likes) an. Gefolgt von der AfD (322) und den Grünen mit 32 Likes.

Mit unserem Social Media-Radar möchten wir den Politikern der Stadt, ihren Kommunikatoren aber auch uns Wählern ein Bild über die digitalen Aktivitäten der von uns gewählten Parteien verschaffen.

Wir glauben, das Demokratie durch aktive Teilhabe, Bürgernähe und Dialog funktioniert. Die sozialen Medien bieten hier vielzählige Möglichkeiten. Wir können das nutzen.

Marc Alexander Holtz

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Wer ist einflussreicher in dieser Stadt bei jungen Wählern: Eine Facebook-Seite mit über 4.000 Fans oder eine mit 2.000? Vielleicht ist es die Seite, die den Dialog mit ihren Fans beherrscht. 

Facebook zählt derzeit 27.000.000 Millionen aktive Nutzer in Deutschland 2014. Ganz egal welche der Augsburger Parteien, keine ist hier auch nur annähernd erfolgreich. Erfolgreich auf Facebook? Die Frage beantwortet sich über die Anzahl der Fans, der Likes, Shares und Kommentare durch Fans auf den Fanseiten. Sprich wie viele Fans folgen einer Seite – bei der SPD in Augsburg sind es weniger als bei der AfD Augsburg. Und wie steht es um deren Interaktion zu den veröffentlichten Beiträgen? Bürgernahe Politik dirch Dialog quasi. Facebook oder auch Twitter bieten hier sehr leicht Bürgernähe. Die Interaktionsrate der SPD Augsburg liegt auf Facebook aktuell bei 0%. 

Auf Facebook steht man mit den Fans,  auf Twitter mit Followern im Dialog. Facebook und Twitter sind den Zahlen nach die erfolgreichsten unter den sozialen Medien, nicht nur in Deutschland.

Ich weiß nicht ob die elf Parteien aus Augsburg, die sich auf Facebook finden lassen, noch politischen Einfluss nehmen. Ich kenne jetzt deren Facebook- und deren Twitter-Accounts, mitunter deren Webseiten. Wer wissen will was die Parteien verkünden, muss deren Webseiten entweder alle einzeln bereisen oder dieselben abonnieren. Ich abonniere sie alle auf Facebook. So erspare ich mir ständige Abo-Mails jeder einzelnen Website. Auf Facebook kann ich alle News von allen Seitenbetreibern abonnieren, die mich interessieren. Hier bin ich ohnehin täglich und ständig. 

Ein Abo der Augsburger Allgemeinen habe ich nicht. Ich lese nur die zehn monatlich freien Online-Artikel, kostenfrei. Und noch einmal zehn von meinem Firmencomputer aus in München. Macht 20 kostenfreie Artikel pro Monat. Ansonsten verfolge ich die Beiträge der AZ auf Facebook und Twitter. Überschriften informieren auch. 

In Augsburg blättere ich mich noch durch die Ausgaben von a3kultur, die Neue Szene und in unserem Hausflur gibt es die Stadtzeitung und Augsburg extra. Im Netz findet sich dann noch die Augsburger Zeitung, kurz DAZ. Wer sich für lokale Politik oder Parteiinhalte interessiert, kann sich in diesen Publikationen einiges an Informationen händisch zusammensuchen. So lange er nicht vergisst, dass es sich um journalistische Interpretationen handelt. Auch wenn die Publikationen allesamt eher den partei-politischen Mainstream observieren. Piraten, ödp oder Die Linke existieren hier kaum bis gar nicht. Um die Filterfunktion der klassischen Medien wissen junge Menschen. Ein Grund mehr Informatios-Angebote auf eigene Interessen hin selbst zuzuschneiden. Wer sich über bspw. über Kultur, Nachtleben oder auch Politik in Augsburg informieren kann, schafft das auch ohne AZ und Co.

Die Webseiten der Parteien sind zwar informativ aber unattraktiv und wer in meinem Alter bereist noch eine Website, wenn die Facebookfreunde einen mit den wichtigsten Nachrichten aus der Welt versorgen? Zugegeben, man sollte sich, wenn man politisch informiert sein will, nicht auf Twitter, die Freunde und Facebook allein verlassen, auch wenn das sehr bequem wäre. 

Die Parteien dürften dankbare Inhalte für die sozialen Medien In ihrem Repertoire haben – sie wissen weit mehr über die Stadt als so mancher von uns. Welche Gründe auch immer es hat, dass sie das so selten auf sozialen Medien verbreiten. Ich kann mir Gründe vorstellen: Personalknappheit, fehlender Wille oder, was erfahrungsgemäß einer der Hauptgründe ist, Inkompetenz im Umgang mit neuen Medien, eine fehlende Strategie und schließlich die Erfahrung, dass das was gepostet wird, nicht wie erhofft einschlägt. 

Wer diese Menschen sind, die die Partei sein wollen, ich habe keinen Plan. Ich kenne nur einige der Namen: Eva Weber, Kurt Gribl oder Reiner Erben beim Namen. Ich merke mir Namen nicht gut. Ist kein Desinteresse. Es soll wen geben der unsympathisch ist unter ihnen: Mir fällt sein Name nicht ein. Claudia Roth! Sie fällt mir noch ein. Zuletzt habe ich sie auf dem Slam 2015 in der Kongresshalle am Park sprechen hören.

  
Es ist Sonntag. Ich den halben Tag im Bett. Ich verdaue Mangold und Rotbarsch. Netflix läuft. Handy in der Hand. Draußen regnet und schneit es. 

Meine größte Schwäche? Gelegentlich ist mir nicht alles egal. Dann will ich keine AfD. Lieber Demokratie. Lieber Rotbarsch von der Theke als Lachs aus der Aldi-Gefriertruhe. Klingt wie Komfortzone. Mein Leben ist eine einzige. Wie dankbar ich dafür bin.

Gestern Nacht, da war ich wieder in einer Bar, zufällig das Werner. Einige Gespräche geführt. Soweit das bei der Lautstärke unbeschwert möglich ist. In einer Bar kann man sich in Gedanken, in Gespräche, nach ein paar Mexikanern und mit einem Drink in der Hand herrlich verlieren aber dadurch auch vieles beleuchten. Über die Augsburger Politik, ihre Akteure. Über Stadtentwicklung, Gentrifizierung, City-Initiativen, die Austauschbarkeit der Annastraße, die Franchise-Ketten am Rathausplatz und das dadurch bedingte Aussterben der lokalen Gastronomien. Über schlechte Stadtmarketing-Kampagne oder die städtischen Lobbyisten, menschliche Eitelkeiten oder das Gegenteil: Flüchtlingsarbeit. Es überrascht mich immerfort, wie viel man in einer Nacht zusammentragen kann.

Über vieles in dieser Stadt gibt es – das fällt dabei oft auf – wenig zu lesen. Vieles stattdessen aus Zusammenhängen gerissen. Einerseits ist das Vormachtstellung der hiesigen Stadtzeitung AZ geschuldet – sie hat hier das mediale Monopol und entscheidet die Themensetzung, nicht weniger die Meinungsbildung derer, die sich ausschließlich über dieselbe informieren. Man kann der Publikation nicht vorwerfen, ihren Job gut zumachen. Man kann DAZ, Stadtzeitung, Neue Szene oder a3kuktur auch nicht vorwerfen, dass sie dagegen nichts zu unternehmen im Stande sind. Sie könnten ihre Inhalte sicher besser, vernetzter über gängige Technologien abonnierbarer, durch besseres Design attraktiver in ansprechenderen Formaten kommunizieren – wie die Parteien es auch verpassen. 

Politik und Medien wirken zunehmend abhängig von  Ich wünschte mir, dass Politik wieder spannend wäre, mutiger. Ich wünschte mir, dass Demokratie sich wieder gegen ihre Widersacher und gegen Demagogen behauptet. Verzeihen Sie mir diese sperrigen Worte. In der Komfortzone hört sich das nie gut an.

Die CSU findet den Gender-Wahnsinn der Grünen »total irre« und ruft ihre Klientel auf, den politischen Widersachern auf Facebook eine Absage zu erteilen. Und wenn man die CSU so verstehen mag, dann ist sie auch gegen den von Grünen geforderten Vegetarismus, die Legalisierung von Cannabis und das Verbot von Plastikmüll. Zumindest wenn man die Aussagen der CSU verkürzt, so wie sie es selber gerne tut. So lädt die Partei auf Facebook ein, der Grünen-Politik eine Absage zu erteilen, durch das Drücken des »Gefällt mir«-Buttons.

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Liebe CSU, wieso die Wähler für so dumm verkaufen? Ist denn was die Grünen da fordern dümmer als das was sie ihren Wählern an Wirksamkeit glauben machen wollen? Was ist Gender-Wahnsinn und was ist total irre? Die Legalisierung von Cannabis? Dann erklären Sie bitte auch, was am legalen Alkoholkonsum gut ist. Die Langzeitfolgen auf das Gesundheitssystem oder die Steuereinnahmen?

Natürlich: Die aufgegriffene Thematik der Grünen-Politik wird von der CSU genutzt, um heilige Klickzahlen zu generieren und um sich durch das Vorführen zu profilieren – das womöglich gut gemeinte, womöglich aber nicht praktikable (?) Ansinnen der Grünen wird jedoch gar nicht erörtert. Es muss doch bei den Grünen einen Grund geben, der wiederum ein paar (?) Menschen betrifft. Oder warum fordern die außerdem ein Plastiktütenverbot?

Wenn eine Partei uns zu einer Handlung motivieren will, sei sie auch noch so banal wie ein Mausklick, sollte sie dann nicht kurz erklären wieso wer klicken soll? Oder sollten wir einer Partei blindlings folgen, die uns nichts erklärt? Werfen Sie einen Blick in den News-Feed der AfD.

Sie halten ihre Wähler eventuell entweder für ultra-schlau (die wissen immer was wir meinen, den müssen wir nichts erklären) oder dumm (die klicken sofort). Herleitungen, Erklärungen oder Begründungen scheinen Ihnen überflüssig. Nein?

Natürlich wissen wir aus eigener Beobachtung, dass Medien- und Informationskonsum heutzutage unter allgemeiner Verkürzung von Tatsachen am besten funktionieren, da wir Menschen zu schnell durch unsere News-Feeds fingern. Und mit schönen Bildchen und großen Sprüchen möchten Sie ein Stückchen Aufmerksamkeit erhaschen. Und sei es auf Kosten Ihrer politischen Konkurrenz (die Grünen sind hier nur ein austauschbarer Platzhalter), statt durch eigene Inhalte.

Das man Aufmerksamkeit erhält, in dem man andere denunziert, und sei es statt einer Person nur eine Partei, wissen wir seid den Pegida-Demonstrationen.

Hinter dem Gender-Ansinnen der Grünen, wenn man denn denken möchte, könnte sich beispielsweise ja die Grundsatzfrage nach Gleichberechtigung in der Sprache verstecken. Ein sehr müßiges  – keine Sorge: das Thema wird niemals viral – aber womöglich notwendiges, weil immer noch ungerechtes Thema. Und das ist ja erstmal nicht irre, sondern sehr nett (sich für Gerechtigkeit einzusetzen oder für Umweltschutz; wenngleich das langweiliger klingt als kontrollierte Flüchtlingsströme oder Obergrenzen).

Leider (?) sind uns zu wenig Frauen bekannt, die unter der Ungerechtigkeit unserer Sprache so sehr leiden das sie dafür auf der Straße protestieren mögen oder leider auch niemand persönliches, der für die Legalisierung von Cannabis oder das Verbot von Plastiktüten auf die Straße ging.

Was ist ihr Vorschlag für eine Lösung – in welchem Feld auch immer? Ist es denn nicht zumindest ein klein bisschen vermessen, die Gleichberechtigung der Frau in der Sprache, selbst wenn nur in der Theorie, als »total irre« abzutun? Nein? Oder die Legalisierung von Cannabis? Oder wieso greifen Sie nicht auf, welche Gründe es für weniger Fleischkonsum gäbe (Verringerung der industriellen Fleischerzeugung zugunsten unseres Klimas?) oder die Gründe warum sie weiterhin dafür sind? Es ist leicht zu urteilen und zu sagen, ein Veggie-Day bringe nichts, sei irre. Doch was bringt uns kein Veggie-Day? Warum nicht weiter-denken?

Sprich, wieso wird nicht kurz erklärt, warum überhaupt die Forderung der Gender-Regel (oder welche der Forderungen auch immer) für irre gehalten wird aber auch welche Folgen eine solche Neuregelung hätte? Es gibt Argumente gegen die Änderung, Argumente warum man bei Alnatura Lebensmittel nicht in Papiertüten steckt. Es gibt für alles Gründe. Und wenn Sie ein Thema anfassen, dann seien Sie sorgfältig und nicht so faul! Da erst wird es doch spannend und erst dann werden Sie selber angreifbar und kommen hinter dem Ofen hervor. Wir brauchen doch politische Diskussionen – grade heute, grade in diesem Land. Geben Sie uns allen eine Chance mitzudenken. Erst das würde doch Sinn ergeben oder Ihre Aussage, irgendetwas sei »total irre« erklären. Nein? Und wenn Sie das Thema für eine politische Auseinandersetzung für zu banal halten, wieso greifen Sie das dann auf (um sich dennoch auf einfachstem Wege zu profilieren)? Gähn. Glauben Sie wirklich das Demokratie so erhalten bleibt? Indem wir sie nicht mehr üben? Und was ist mit der humanistischen Gesellschaft? Alles Irrsinn?

Das »Total irre« könnte irgendwie (zu) einfach (gemacht) wirken. Ganz unabhängig von der Praktikabilität der von den Grünen geforderten Schreibregeln, die man natürlich eigenständig bewerten kann. Sogar sollte. Aber verdammt noch mal: Es geht hier ums Prinzip. Um diesen schönen Anlass den Sie uns geben.

Wieso nehmen Sie uns als potenzielle Wähler hier draußen diese ganze inhaltliche Spannung der politischen Diskussion und sprechen stattdessen derart <em>flapsige</em> Urteile: »Total irre«. Ja was genau?! Plastikverbot, Gleichbehandlung, Vegetarismus, Legalisierung von Drogen … Das ist nicht irre, allenfalls die Formate der Ideen vielleicht manchmal ganz schön sperrig und wenig praktikabel – zugegeben. Aber was sind denn Ihre Ideen?

Mit Verlaub: Von einer so alten Partei wie der CSU darf man sich doch mehr Auseinandersetzung oder Lösungskompetenz wünschen. Natürlich sind Gender-Fragen, Umweltverschmutzung oder Drogenabhängige keine Themen, mit denen man aktuell besonders in der breiten Masse der Wähler punkten mag. Immer auf prosperierende und wachsende Wirtschaft zu setzen, Wirtschaftswachstum für immer – Sie wissen schon wie »irre« das ist. Total irre.

Irre ist es sicher auch, sich dieser Sache heute hier in dieser Ausdehnung zu widmen. Nicht? Wissen wir wohl. Macht ja auch ein bisschen Spaß, jemandem mal auf die Finger hauen. Sie widmen sich der Sache ja aber auch. Und die Grünen auch. Richtig? Und wir alle profilieren uns dadurch: Die Grünen mindestens bei einem Teil ihrer weiblichen Wählerschaft, die CSU als Justiziarin der deutschen Rechtschreibung und wir Hansen profilieren uns durch diesen viel zu lang gewordenen Kommentar wiederum bei unseren Leser*innen.

Und wissen Sie was, wir haben noch eine kleine Keule, die zu schwingen Spaß macht und da Sie auch Spaß mögen und Keulenschwingerin zu sein scheinen:

Haben Sie aktuell nichts anderes zu lösen, als dieser Grünen-Forderung Aufmerksamkeit zu widmen? Ist es nicht schon unsererseits idiotisch, sich diesem Irrsinn (gemeint ist Ihr Bild) gewidmet zu haben? Wenn ja, halten Sie uns zukünftig davon ab, Politik ernst zu nehmen die sich so schwachsinnig in eine Auseinandersetzung bewegt und drücken Sie schnell das Gefällt-mir. Wenn »NEIN«, geben Sie sich mehr Mühe Ihre Meinung und oder Ihre Forderungen zu erklären. Bitte. Und danke für den Anlass.

Gruß aus Augsburg

We really live in Augsburg

 Why Civil Resistance Works, Everyday Rebellion, Ziviler Ungehorsam, Grandhotel Cosmopolis, friedlicher Widerstand, Augsburg, Friedensstadt

03. bis 05. Februar: Politik > Why Civil Resistance Works > eine dreitägige Veranstaltung zu den Themen Prostest und Intervention. Zum Start gibt es am 03. Februar den durchaus bewegenden und ausgezeichneten Kinofilm Everyday Rebellion (Trailer) der Riad Brüder. Ein lehrreicher Film über friedlichen Protest und zivilen Ungehorsam im Grand Cinema.

Am 04. ab 13 Uhr werden Studierende des Augsburger Musterstudienganges für Konfliktforschung, gemeinsam mit Professorin Dr. Weller, Dozent Michael Ernst-Heidenreich, dem Grandhotel Cosmopolis und uns, also euch, also bei Interesse dir, die Frage erörtert werden, welche Möglichkeit besteht, friedliche Proteste global zu organisieren. Wer also bisher noch keine erfüllende Aufgabe oder Nebenbeschäftigung in seinem Leben gefunden hat, könnte hier Hilfe finden und sich zukünftig organisiert austoben. Why civil Resistance Works ist eigentlich Titel eines Bestsellers der amerikanischen Politikwissenschaftlerin Dr. Erica Chenoweth. Chenoweth war es, die die These aufgestellt hat, dass friedlicher Protest erfolgreicher sei als gewaltsamer.

Am 05.02. ab 15.30 Uhr dann eine öffentliche Skype-Konferenz mit Chenoweth, die den Veranstaltern zufolge 2013 zu den 100 wichtigsten globalen Köpfen gewählt wurde. Und um 19.30 h eine Lesung des syrischen Menschenrechtsaktivisten, Dichter und Dokumentarfilmers Amer Matar (Kurzbericht Deutsche Welle hier). Hier wird es um seine Erlebnisse in Syrien gehen. Selbst im Exil lebend, wurde er vom syrischen Geheimdienst mehrfach festgenommen.

We really live in Augsburg sucht die Stadt im Netz. Heute haben wir nach Parteien geschaut. Gefunden haben wir einige, nicht aber alle. Interessiert hat uns dabei ob die Parteien ihre Wähler via Social Media informieren oder nicht. Ob wir ihnen folgen oder nicht und inwieweit ihre Beliebtheit sich in den sozialen Medien widerspiegelt. Ergebnis: Würden ihre Fan- oder Follower-Zahlen für die Beliebtheit Ihrer Parteien sprechen, so würden die Grünen oder die Piratenpartei den Oberbürgermeister Augsburgs stellen. Die WSA (Wir sind Augsburg) wäre Facebook zufolge derzeit drittstärkste Partei.

Augsburg im Web, Parteien in den sozialen Medien
F
acebook-Fans der Augsburger Parteien im Januar 2015

  1. Grüne Augsburg // 1328 Fans dürfen Beiträge posten
  2. CSU Augsburg // 1018 Fans dürfen KEINE Beiträge posten
  3. Wir sind Augsburg (WSA) // 855 Fans dürfen KEINE Beiträge posten
  4. FDP Augsburg // 804 Fans dürfen Beiträge posten
  5. Piratenpartei Augsburg // 632 Fans dürfen Beiträge posten
  6. AfD Augsburg // 581 Fans dürfen Beiträge posten
  7. SPD Augsburg // 458 Fans dürfen KEINE Beiträge posten
  8. DIE LINKE Augsburg // 404 Fans dürfen Beiträge posten
  9. Freie Wähler Augsburg // 120 Fans dürfen KEINE Beiträge posten

twitter-Follower Augsburger Parteien Januar 2015

  1. Piraten Augsburg // 837 Follower // 3045 Tweets
  2. Grüne Augsburg // 731 Follower // 3253 Tweets
  3. SPD Augsburg // 693 Follower // 1927 Tweets
  4. CSU Augsburg // 150 Follower // 520 Tweets
  5. PRO Augsburg // 47 Follower // 59 Tweets
  6. AfD Augsburg // 4 Follower // 0 Tweets
  7. FDP Augsburg Stadt // 2 Follower // 0 Tweets

Oberbürgermeisterwahl 2014

  1. Dr. Kurt Gribl (CSU) 51,8%
  2. Dr. Stefan Kiefer (SPD) 28,0%
  3. Reiner Erben (Grüne) 6,5%
  4. Thomas Lis (AfD) 3,8%
  5. Peter Grab (PRO Augsburg)
  6. Volker Schafitel (Freie Wähler) 2,8%
  7. Alexander Süßmair (DIE LINKE) 1,9%
  8. Christian Pettinger (ÖDP) 1,1%
  9. Markus Arnold (FDP) 0,6%

Ergebnisse Kommunalwahlen 2014

  1. CSU 37,7%
  2. SPD 22,4%
  3. Grüne 12,4%
  4. AfD 5,9%
  5. PRO Augsburg 5,1%
  6. CSM 4,2%
  7. Freie Wähler 3,6%
  8. DIE LINKE 3,2%

Sonstige 5,3%

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